Günther Stuffer

Experte für warme Böden und CEO Britex

Britex Floor Design

Holzboden unter der freistehenden Badewanne. Eine gute Idee?

Holz, Wärme und ein bisschen Spritzwasser sind im Bad eine Kombination, die Respekt verdient. Günther Stuffer verkauft seit Jahren warme Böden und erklärt im Interview, wann Holz im Bad nicht nur angenehm ist, sondern auch bestehen kann – und worauf es ankommt, wenn der Boden sogar bis unter die freistehende Wanne läuft.

Holzboden im Bad – geht das überhaupt?
Ja, und immer öfter. Lange galt: Holz und Wasser vertragen sich nicht. Heute wissen wir es besser. Mit der richtigen Holzart, einer fachgerechten, vollflächigen Verklebung und einer offenporigen Öl-Behandlung ist ein Holzboden im Bad genauso langlebig wie Fliesen – nur eben fußwarm, leise und mit Eigenschaften, die Fliesen nicht haben. Wichtig ist die Zonierung: Bereiche mit stehender Nässe, etwa direkt in der Dusche, bleiben besser gefliest. Überall sonst spricht nichts gegen Holz.

Holzboden direkt unter der freistehenden Badewanne – worauf kommt es an?
Unter einer freistehenden Wanne entsteht ein eigenes Mikroklima: Wärme, Dampf, gelegentliche Spritzer. Das Holz arbeitet dort am stärksten.
Drei Dinge sind entscheidend. Erstens die Statik – eine volle Wanne mit Wasser und Badenden bringt schnell mehrere Hundert Kilo auf wenige Standfüße, der Unterbau muss das tragen. Zweitens die Erreichbarkeit: Wichtig ist, dass die Badewanne frei steht und nicht fest im Boden einbetoniert wird. So bleibt der Bereich darunter zugänglich, sodass man dort nachsehen und Wasser aufwischen kann. Und drittens das Wasser selbst: Spritzer gehören sofort weggewischt, stehende Nässe ist der einzige echte Feind. Wer das beachtet, bekommt genau das Bild, für das man eine freistehende Badewanne überhaupt kauft – Holz, das warm bis unter die Wanne läuft.

Welche Holzarten empfiehlst du fürs Bad?
Kleinporige, formstabile Hölzer, die wenig quellen. Eiche ist der Klassiker – robust, schön, unkompliziert. Dazu Lärche, Douglasie oder Teak. Stark quellende Hölzer wie Buche oder kanadischer Ahorn würde ich im Bad meiden. Genauso wichtig wie die Holzart ist die Oberfläche. Ich setze auf Öl statt Lack – geöltes Holz lässt sich punktuell auffrischen, ohne den ganzen Boden abzuschleifen.

Ich werde oft gefragt: Kann ich im Bad Holzboden verlegen – auch unter einer freistehenden Wanne?
Die Antwort ist: Ja, es geht. Aber man muss wissen, was man tut. – Günther Stuffer

Fußbodenheizung und Holz – passt das zusammen?
Ja, wenn zwei Dinge stimmen. Der Boden muss ausdrücklich für Fußbodenheizung freigegeben sein und vollflächig verklebt werden – schwimmend verlegt im Feuchtraum ist keine Option. Die Oberflächentemperatur darf nicht zu hoch sein; wir empfehlen maximal 27 bis 29 Grad; darüber leidet das Holz langfristig. Hält man das ein, ist die Kombination ideal – gerade im Bad, wo man die Wärme unter den Füßen am meisten genießt.

Was sollte man unbedingt vor der Verlegung klären – und was sind die häufigsten Fehler?
Der größte Fehler ist, das Thema zu unterschätzen: falsches Holz, schwimmend verlegen statt verkleben, oder Spritzer, die tagelang liegen bleiben – das rächt sich. Vor der Verlegung klären wir deshalb immer: Welche Holzart und Oberfläche? Trägt der Unterbau die Lasten? Ist die Heizung richtig abgestimmt? Und wie sehen die Anschlüsse an Badewanne und Wand aus – die müssen wasserdicht und elastisch sein.
In der Pflege ist so ein Boden etwas anspruchsvoller als Fliesen, aber kein Drama: nach dem Baden lüften, Nässe wegwischen, ab und zu nachölen. Richtig geplant macht so ein Boden viele Jahre Freude.
Profi-Tipp: nach der Verlegung die Oberflächen nochmal zusätzlich einpflegen!

Interview: Manuela Madlaner 
Foto: Andreas Tauber