Elisa Kritzinger, interior designer,  erzählt

Ein Sanikal-Messestand, geplant im Rahmen der Ausbildung

Was entsteht, wenn eine junge Interior-Designerin einen Messestand planen soll – allein anhand dessen, was sie über die Marke findet? 
Elisa Kritzinger hat im vergangenen Jahr die Einrichtungsberaterschule (EBS) in Kuchl absolviert und im Rahmen eines fächerübergreifenden Projekts gemeinsam mit zwei Mitschülerinnen einen kompletten Messestand für Sanikal entwickelt. Das Projekt umfasste den gesamten Gestaltungsprozess – von handgezeichneten Grundrissen, Ansichten und Perspektiven bis hin zu einem detailreich gefertigten Modell. Naturmaterialien, Holz, viel Grün und geschwungene Linien prägen ihren Entwurf und spiegeln die Philosophie von Sanikal auf bemerkenswert stimmige Weise wider.
Wir haben mit ihr über die Entstehung gesprochen.

Wie kam es dazu, dass Sie ausgerechnet den Messestand von Sanikal für Ihr Schulprojekt an der Einrichtungsberaterschule Kuchl gewählt haben – wer hatte die Idee? 
Das war ein fächerübergreifendes Projekt, an dem wir zu dritt als Gruppe zusammengearbeitet haben. Die Themen wurden ausgelost, und wir haben das Thema „Bad“ gezogen – danach mussten wir uns dazu selbst einen Fachbetrieb aussuchen. Sanikal kannte ich zunächst nur vom Namen. Auf das Unternehmen aufmerksam geworden bin ich vor allem durch die Beiträge und Bilder, die Johanna Ciech hin und wieder auf Social Media postete.

Woher haben Sie die Informationen über Sanikal bezogen, um Marke, Werte und Produktwelt so treffend einzufangen – haben Sie mit dem Team gesprochen, im Showroom recherchiert oder online? 
Mit dem Team von Sanikal hatte ich während des Projekts keinen Kontakt, und auch den Showroom habe ich nicht besucht. Die gesamte Recherche erfolgte online. Über die Social-Media-Beiträge von Johanna Ciech erhielt ich einen ersten Eindruck von den Bädern und den Farbwelten des Unternehmens. Auf dieser Grundlage entwickelten wir einen ersten Entwurf unter Berücksichtigung der vorgegebenen Anforderungen an den Messestand.

Anschließend haben wir uns gemeinsam die Website von Sanikal genauer angesehen und dabei auch die Bilder der bisherigen Messestände entdeckt. Daraus konnten wir gut erkennen, wofür das Unternehmen gestalterisch steht: ausdrucksstarke Farben, stimmungsvolle Inszenierungen und eine besondere Atmosphäre. Diese Eindrücke haben wir schließlich in unseren Entwurf einfließen lassen.

Projekt Ausbildung Interior Designer

Ihr Entwurf setzt stark auf Natur, Holz und Wasser als geschwungenes Element. Wie sind Sie auf dieses Leitmotiv gekommen? 
Bei der Materialwahl waren wir frei – wichtig war uns, dass alles zur Firma Sanikal passt. Über die recherchierten Fotos habe ich gesehen, dass Sanikal viel mit Farbe und mit verschiedenen Elementen arbeitet, also haben wir viele Tapeten, unterschiedliche Materialien und Naturmaterialien eingesetzt. 

Ein besonderes Highlight des Entwurfs ist die freistehende Badewanne mit dem geschwungenen Wasserlauf, die für mich persönlich eines der spannendsten Gestaltungselemente ist. Auch der Eingangsbereich war ein wichtiger Bestandteil des Konzepts: Der geschwungene Bogen sollte Besucher offen empfangen und gleichzeitig einen ersten Überblick über den Stand ermöglichen. Im Inneren war es uns wichtig, keine klassische „Endstation“ zu schaffen, sondern einen fließenden Rundgang zu entwickeln, bei dem sich die Besucher intuitiv durch den gesamten Messestand bewegen und immer wieder neue Eindrücke entdecken können.

Vom ersten Grundriss über die Perspektive bis zum fertigen Modell – welcher Schritt war für Sie der schwierigste, und worauf sind Sie am meisten stolz? 
Die Perspektivzeichnung mit ihrem Fluchtpunkt war zeichnerisch zwar die größte Herausforderung, gleichzeitig aber auch meine Lieblingsaufgabe. An unserer Schule wird noch vieles von Hand gezeichnet und koloriert – ein Arbeitsaufwand, den viele leicht unterschätzen.

Auch die Teamarbeit stellte eine Herausforderung dar. Da wir zu dritt arbeiteten, mussten wir genau abstimmen, wer welche Zeichnungen übernimmt, wer die Materialien für das Modell besorgt (Holzfurnier, Lichter, Karton, …) und wer welche Aufgaben beim Modellbau ausführt. Gleichzeitig liefen weitere Schulprojekte, sodass wir unsere Zeit gut organisieren und uns eng miteinander abstimmen mussten. Am Anfang war das nicht immer einfach, aber zum Schluss haben wir es richtig gut hinbekommen – und darauf sind wir stolz. 

Wenn dieser Stand einmal wirklich auf einer Messe stünde: Welches Gefühl sollen die Besucherinnen und Besucher mitnehmen? 
Unser Ziel war es, einen Messestand zu gestalten, der von außen einladend wirkt und Besucher dazu animiert, ihn zu betreten. Wer sich willkommen fühlt, bleibt in der Regel länger, entdeckt mehr, stellt Fragen und nimmt neue Ideen mit. Genau diesen Effekt wollten wir erreichen.

Ebenso wichtig war uns, die Produkte unmittelbar erlebbar zu machen. Bilder können zwar einen ersten Eindruck vermitteln, auf einer Messe sollten Produkte jedoch möglichst greifbar sein. Unterschiedliche Farben, Materialien und Anwendungsbereiche laden dazu ein, sich intensiver mit dem Angebot auseinanderzusetzen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Besucher am Stand verweilen und sich aktiv mit den Produkten beschäftigen. Ein Messestand, der wenig einladend wirkt, wird dagegen oft einfach übergangen.

Projekt Ausbildung Interior Designer
Interview: Manuela Madlaner 
Foto: Andreas Tauber