Interview mit dem Hotelier Daniel Vikoler

Ein alter Bauernhof in Szene gesetzt

Sie haben den Thunisch-Hof aus dem 12. Jahrhundert, eines der ältesten Gebäude von Gufidaun, renoviert und als Tunish Design Appartements neu in Szene gesetzt. Auf welche Schwierigkeiten sind Sie in puncto Bäder gestoßen?
Im denkmalgeschützten Haus aus dem 12. Jahrhundert sind keine Wand und kein Boden gerade. Das an sich war schon eine Herausforderung. Da wir in dem ehemaligen Bauernhaus 5 Appartements errichtet haben, musste eine Vielzahl an Wasserzuleitungen und -abläufen geschaffen werden. Die Lösung war sehr knifflig und einige Kompromisse waren notwendig. Wie immer, wenn man eine bestehende Immobilie adaptiert, ist jeder Raum anders: Jedes Badezimmer musste individuell geplant und gestaltet werden.

Nach welcher Philosophie haben Sie die Bäder konzipiert?
Wie am gesamten Bau war uns die Symbiose aus altem Gemäuer und Balken mit modernen stylischen Designerstücken eine Herzensangelegenheit. Ob Badkeramik, Armaturen, Möbel oder Accessoires: Jedes Stück wurde bewusst gewählt. Die Transparenz, die die Wohnräume bieten, setzen sich in den Bädern fort: gläserne Waschbecken, Glasabtrennung bei der Dusche. Alle Möbel im Haus „schweben“, so auch der Waschtisch im Bad. Der Siphon auf Blick muss deshalb auch optisch etwas hergeben. Sehr viel Wert haben wir auf Reduktion gelegt: Reduktion bei den Materialien, Minimalismus bei den Armaturen und Accessoires.

Haben Ihre Bäder noch weitere Besonderheiten?
In allen Bädern verwenden wir den Naturstein Pietra Piasentina. Optisch und haptisch überzeugt der Stein auf ganzer Linie, in der Pflege ist er etwas aufwendiger, was uns bewusst war. Anfangs haben wir ihn ganz in Natur belassen, inzwischen allerdings mit Öl behandelt, um Flecken zu vermeiden. Zwei Appartements locken zusätzlich mit freistehenden Badewannen. Diese sind der absolute Hingucker und werden von den Gästen sehr geschätzt und genutzt. Kaum ein Gast lässt sich das Entspannungsbad entgehen.

Welche Empfehlung haben Sie für andere Bauherren?
Unser Tipp: Mut zu Besonderem, auch im Badezimmer. Wir waren sehr überrascht, wie viele Möglichkeiten es gibt und wie groß die Produktauswahl ist. Wenn man sich erst einmal einlässt, entdeckt man eine ganz faszinierende, neue Welt.

Unser Tipp: Mut zu Besonderem, auch im Badezimmer.
Interview: Dr. Christiane Warasin 
Foto: Angelika Schwarz