Interview mit der Interior Designerin von noa* - network of architecture

Barbara Runggatscher

Jedem Projekt seine Idee und sein Highlight

Floris ist eines Ihrer neuesten Projekte. Was ist die Idee dahinter?
Ein herrlicher Park mit alten Bäumen ist das Herzstück des Parc Hotel Florian. Wir wollten den Park erhalten und den Gast am Park teilhaben lassen. Aus dieser Idee heraus ist das Konzept der auf drei Meter hohen Stützen thronenden Baumhaus-Szenerie Floris Green Suites entstanden.

Besonderen Herausforderungen begegnen Sie…
... mit besonderen Lösungen. Das Lake House Völs liegt im Naturschutzgebiet,
der Bau sollte sich in die Umgebung integrieren, gleichzeitig barrierefrei sein und Umkleiden sowie Sanitäreinrichtungen beherbergen. Wir haben auf unbehandeltes Holz gesetzt, das schnell verwittert und den länglich angelegten Baukörper mit schnell wachsendem Yasmin eingehüllt. Ins Auge sticht die in verschiedenen
Grünnuancen ausgearbeitete Harzspachtelmasse, in die ein traditionelles Südtiroler Spitzenmuster einarbeiten wurde.

In die Natur und Umgebung integrieren – ist Ihnen das bei allen Projekten wichtig?
Jeder Bau muss mit seiner Umgebung eine Einheit bilden, sich integrieren oder bewusst abheben. Beim Apfelhotel Torgglerhof verschwindet die Wellnessanlage unter einem Hügel. Von der Nordseite ist lediglich das Eintrittsportal sichtbar, das Wort „Eintauchen“ hat dadurch eine besondere Bedeutung. Zum Süden hin öffnet sich die Wellnessanlage, die Fassade aus Glas und Stahl verschwindet hinter einem grünen Filter.

Warum liegt Architekten der genius loci immer so am Herzen?
Es gibt kein Bauwerk ohne Ort. Den Geist des Ortes fühlen und das Gebäude damit zu beseelen macht es authentisch. Silena liegt am Ende des Valser Tales - umgeben von Moor. Diese Tatsache hat uns inspiriert, die Fassade erdfarbig und die Alu-Paneel-Fassade in Sumpfpflanzenoptik zu gestalten, ganz nach dem Motto: Magie im Moor.
Das Gloriette Guesthouse knüpft an die Tradition der Sommerfrische auf dem Ritten an und lässt Stadt und Land verschmelzen, indem es die Architektur der Stadt in vereinfachter Form auf den Hausberg der Bozner bringt und mit typischen Elementen von Oberbozen vereint.

Woher nehmen Sie Inspirationen und auf was legen Sie in der Umsetzung wert?
Der Standort und seine Geschichte, die Umgebung, der Bauherr, die Zweckbestimmung des Gebäudes und das sich Einlassen auf ein Projekt bieten vielfältige Inspirationsmomente und wertvolle Ideen. Daraus ein harmonisches Konzept zu entwickeln und dieses bis ins kleinste Detail umzusetzen, ist die spannende Herausforderung unserer
Arbeit.

Auf was legen Sie im Badezimmer besonders Wert?
Das Bad hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen, sowohl im Hotelzimmer als auch im privaten Wohnbereich. Edle Materialien und schönforme Badkeramik, optimale Beleuchtung aber auch genügend Stauraum und Pflegefreundlichkeit sind uns sehr wichtig.

Das Bad hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen.
Interview: Dr. Christiane Warasin 
Foto: Alex Filz